Potsdam: Neue Baumschule am Ruinenberg zieht klimaresiliente Eichen für Park Sanssouci

Hohe Fontäne eines Springbrunnens in einer Parkanlage
Fontäne im Schlosspark (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-potsdam.de

Die Bäume in den Parks und Gärten leiden unter den Folgen des Klimawandels. Mit der neuen Baumschule am Fuße des Potsdamer Ruinenbergs reagiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) gezielt darauf. Im SPSG-Magazin SANS,SOUCI. 01.2026 erklärt der Baumschulist Simon Bruchhold, wie die Anlage arbeitet.

Baumschule der SPSG auf knapp einem Hektar

Seit Herbst des vergangenen Jahres betreut Bruchhold einen knappen Hektar am Ruinenberg. Nach seinen Worten ist es keine gewöhnliche Baumschule: Es werden keine Bäume verkauft, auf schnelle Erträge zielt die Arbeit nicht. Der Schwerpunkt liegt auf klimaresilienten Bäumen.

Bruchhold sammelt Samen von besonders robust wirkenden Bäumen im Park und zieht daraus junge Pflanzen. Die Überlegung dahinter: Bäume, die dort seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten wachsen, haben bereits gezeigt, dass sie mit den lokalen Bedingungen gut zurechtkommen.

35.000 Eicheln ausgesät

Das vergangene Jahr war bei den Eichen sehr ertragreich. Deshalb konnten in der Baumschule rund 35.000 Eicheln ausgesät werden. Aus den Sämlingen wählt Bruchhold später jene aus, die sich zum Beispiel gegenüber Trockenheit, Hitze oder Krankheiten am widerstandsfähigsten zeigen. Sie kommen als junge Bäume zurück in den Park.

Hintergrund ist laut Bruchhold, dass viele Bäume im Park stark unter längeren Trockenperioden und Hitze leiden. Einige Arten stürben deutlich schneller ab als früher – so schnell, dass sie nicht ersetzt werden könnten. Die nächste Generation von Bäumen soll deshalb gezielt widerstandsfähiger werden.

Blick auf kommende Generationen

Bruchhold beschreibt, dass die Arbeit auf viele Generationen angelegt ist. Von den 35.000 Eicheln könnte im Erfolgsfall eine Handvoll noch in 100 oder 200 Jahren zwischen den Schlössern stehen. Im Alltag gehe es zunächst um praktische Fragen: ob die Sämlinge gut anwachsen und ob Trockenheit oder Schädlinge ihnen zusetzen.

Auch über Potsdam hinaus sieht er Bedeutung: Es sehe so aus, als würde die Rotbuche in Brandenburg verschwinden, obwohl sie seit Ewigkeiten hier heimisch sei. Gelinge die Arbeit, habe sie eine Chance.

Für die Zukunft des Parks Sanssouci wünscht sich Bruchhold, dass er ein gesunder und lebendiger Ort bleibt. Der Baumbestand werde sich verändern. Wenn es aber gelinge, widerstandsfähigere Bäume zu etablieren und die Vielfalt zu erhalten, sei viel erreicht.

Das Projekt wurde nach Angaben der SPSG ausschließlich durch die Unterstützung der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e.V. ermöglicht.

Quelle: Stiftung Schlösser Nachrichten