Rund um den Internationalen Weltmädchen*tag am 11. Oktober finden auch im Land Brandenburg Veranstaltungen und Aktionen statt, darunter in Potsdam, Schwedt/Oder (Uckermark) und Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme Spree). Die Landesgleichstellungsbeauftragte Dr. Uta Kletzing macht anlässlich des Aktionstags darauf aufmerksam, dass die Stärkung von Mädchen im eigenen sozialen Umfeld anfängt.
Programm in Potsdam
Am 11.10.26 von 13 bis 17 Uhr findet auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor in Potsdam ein Aktionstag unter dem Motto „Mutig, wütend, wunderbar“ statt. Es veranstalten verschiedene Akteurinnen der Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam mit dem Mädchen*treff Zimtzicken und der Beauftragten für Kinder- und Jugendinteressen der Stadt Potsdam, Stefanie Buhr. Geboten werden ein Bühnenprogramm, Essen und viele Stände zum Spielen und Ausprobieren.
Weitere Veranstaltungen (Auswahl): In Schwedt/Oder gibt es am 10.10.26 von 17 bis 22 Uhr im Jugendklub Karthaus eine Schwarzlichtparty für Mädchen von 12 bis 18 Jahren mit Spielen, Fingerfood, Waffeln, Filmschauen und Neonschminke. In Königs Wusterhausen lädt das Jugendfreizeitzentrum Staddi am 11.10.26 von 15 bis 19 Uhr zu einem Tag von und für Mädchen zum Mitmachen, Kennenlernen und Kreativsein ein.
Kletzing: Traditionelle Vorstellungen verhindern Entfaltung
Dr. Uta Kletzing sagt: „Wie Frauen ihr Leben gestalten, wird in ihrer Kindheit und Jugend angelegt. Traditionelle Vorstellungen, wie Mädchen sein sollten, was sie können und was sie dürfen, verhindern ihre freie Entfaltung und echte Wahlfreiheit. Eltern, Schule, Gesellschaft müssen selbstbestimmte Wege von Mädchen unterstützen. Starke Mädchen werden starke Frauen – und diese braucht ein zukunftsfähiges und demokratisches Brandenburg!“
Mädchen sind in vielen Bereichen weiterhin benachteiligt und erfahren besonders häufig Diskriminierung und Gewalt. Laut dem vom MASGZ veröffentlichten „Gleichstellungsdatenreport 2025 Brandenburg“ sind Mädchen öfter als Jungen von Cybermobbing und von Essstörungen betroffen. Bei der Wahl der Ausbildungsberufe spielen einschränkende Geschlechterstereotypen nach wie vor eine große Rolle. Nach dem Schulabschluss verlassen deutlich mehr junge Brandenburgerinnen als Brandenburger ihre Heimatregion, was Auswirkungen auf die demografische Entwicklung im Land hat, insbesondere im ländlichen Raum.
Mädchen*arbeit und Gewaltprävention
Eine wichtige Säule zur Stärkung der Selbstbestimmung von Mädchen ist die Mädchen*arbeit im Land Brandenburg. Ziel sind Angebote, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen zugeschnitten sind. Das MASGZ fördert seit mehr als 30 Jahren die Arbeit der Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchen*arbeit (KuKMA) in Potsdam. Zu ihren Aufgaben zählen die Vernetzung pädagogischer Fachkräfte, die Öffentlichkeitsarbeit für die Belange von Mädchen und jungen Frauen sowie die politische Interessenvertretung.
Geschlechtsspezifische Gewalt beginnt laut Statistiken bereits im Kindheitsalter und bei den ersten Liebesbeziehungen. Die verpflichtenden Schutzkonzepte für Jugendangebote müssen deshalb Geschlecht und weitere Diskriminierungsmerkmale berücksichtigen. Eine „Arbeitshilfe zur geschlechtergerechten und intersektionalen Gestaltung von Schutzkonzepten gemäß §26 und §27 des Brandenburgischen Kinder- und Jugendgesetzes“ des MASGZ unterstützt dabei.
Der Weltmädchentag wurde im Jahr 2011 von den Vereinten Nationen ausgerufen, um die Belange von Mädchen sichtbar zu machen und für ihre Chancen und Rechte einzutreten.







