Potsdam: Corona-Enquete führt zwei öffentliche Fachgespräche zu Krisenmanagement und Digitalisierung

Rosafarbene Fassade des Landtags Brandenburg im Stadtschloss
Landtag Brandenburg im Stadtschloss (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-potsdam.de

Die Enquete-Kommission 8/1 „Lehren aus der Coronapandemie zur Analyse und Aufarbeitung staatlicher Maßnahmen sowie zur Stärkung der Krisenresilienz des Landes Brandenburg“ führt an diesem Freitag zwei öffentliche Fachgespräche durch. Im Mittelpunkt stehen Strukturen und Koordinierungsmechanismen des Krisenmanagements und der Krisenkommunikation in Gesundheitskrisen sowie digitale Meldewege, Versorgungsstrukturen und Datengrundlagen zur Erfassung regionaler Versorgungslagen und -bedarfe. Die Sitzung wird im Livestream auf der Webseite des Landtages übertragen und für die Mediathek aufgezeichnet.

Erstes Fachgespräch ab 10 Uhr: Krisenmanagement und Krisenkommunikation

Im ersten Fachgespräch „Strukturen und Koordinierungsmechanismen des Krisenmanagements sowie der Krisenkommunikation in Gesundheitskrisen“ geht es ab 10 Uhr unter anderem um Aufgaben, Zusammensetzung und Arbeitsweise ressortübergreifender Krisenstäbe, die Einbindung wissenschaftlicher Beratungsgremien sowie die Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen und Akteure des Gesundheitswesens.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die institutionelle Krisenkommunikation zwischen Landesregierung, Kommunen, Gesundheitswesen und relevanten Verbänden. Betrachtet werden sollen insbesondere Fragen einer zielgruppenspezifischen, transparenten und einheitlichen Kommunikation sowie der Abstimmung von Informationslagen und Kommunikationslinien im Krisenfall.

Eingeladen sind:

  • Univ.-Prof. (i. R.) Dr. Martin Löffelholz, Leiter des Teilvorhabens 2 (Analyse der inter- und intrabehördlichen Risiko- und Krisenkommunikation) des MIRKKOMM-Projektes; Leitender Berater, Internationale Forschungsgruppe Risiko-, Krisen- und Wissenschaftskommunikation, Technische Universität Ilmenau
  • Prof. Dr. Stefan Stieglitz, Universitätsprofessur für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation (SAP-Stiftungsprofessur), Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Potsdam

Zweites Fachgespräch ab 13.00 Uhr: Digitale Meldewege und Versorgungsstrukturen

Am Nachmittag ab 13.00 Uhr folgt das zweite Fachgespräch „Digitale Meldewege, digitale Versorgungsstrukturen und Datengrundlagen zur Erfassung und Bewertung regionaler Versorgungslagen und -bedarfe“. Im Fokus stehen digitale Melde- und Datensysteme im Gesundheitswesen und in Landesbehörden sowie deren Bedeutung für ein zeitnahes und belastbares Lagebild im Krisenfall.

Thematisiert werden unter anderem die Interoperabilität zwischen Gesundheitsämtern, Kliniken und weiteren Akteuren, die Automatisierung und der Aufbau von Echtzeit-Lagebildern sowie Frühwarnindikatoren für personelle Engpässe. Zudem soll erörtert werden, wie Personal- und Versorgungsressourcen differenziert erfasst und für die Krisensteuerung nutzbar gemacht werden können.

Weitere Themen sind digitale Versorgungsstrukturen, etwa Fernvisiten und -konsultationen im Pflegebereich, die Erfassung von Erkrankungen, Pflegebedarfen und Versorgungsgraden sowie die Nutzung aggregierter Daten zur Einschätzung regionaler Versorgungs- und Risikolagen. Auch Fragen des Datenschutzes und des Missbrauchspotenzials sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen einer zunehmenden Digitalisierung sollen betrachtet werden.

Eingeladen sind:

  • Dr. Sascha Jatzkowski, Leiter des Dezernats G2, Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit
  • Prof. Dr. Martin Sedlmayr, Professur für Medizinische Informatik, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
  • Prof. Dr. Hajo Zeeb, Professur für Epidemiologie, Universität Bremen, Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation, Leiter des Leibniz WissenschaftsCampus Digital Public Health als Sprecher, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH

Anmeldung und Aufzeichnung

Bürgerinnen und Bürger können als Gäste die Sitzung verfolgen. Sie werden gebeten, sich bis zum 1. Oktober 2026 per E-Mail an ek8-1@landtag.brandenburg.de oder telefonisch unter 0331 966 1162 anzumelden. Die Aufzeichnung der Kommissionssitzung ist am Folgetag in der Mediathek abrufbar. Tagesordnung und Livestream der 14. (öffentlichen) Sitzung der Enquete-Kommission 8/1 sind auf den Seiten des Landtags Brandenburg zu finden.

Quelle: Landtag Brandenburg Aktuelles