Waschbär, Bisam, Nutria und Marderhund gehören inzwischen zur Tierwelt Brandenburgs, stammen ursprünglich aber nicht aus der Region. Mit den Fragen, wie sie hierhergekommen sind, woher sie stammen, wie sie sich etablieren konnten und welche Auswirkungen sie auf die heimische Natur haben, befasst sich der Biologe Dr. Dirk Berger am 6. Oktober 2026 um 15 Uhr im Naturkundemuseum Potsdam.
In der Veranstaltungsreihe „Grüne Stunde für Erwachsene“ stellt er verschiedene gebietsfremde Tierarten, sogenannte Neozoen, vor. Er geht ihren Wegen nach Brandenburg nach: vom blinden Passagier bis zum bewusst angesiedelten Tier.
Unterschiedliche Wege und Folgen
„Die Wege, auf denen gebietsfremde Arten nach Europa und Brandenburg gelangen, sind erstaunlich vielfältig. Spannend wird es dort, wo sich entscheidet, ob eine Art in ihrer neuen Umgebung ohne größere Auswirkungen einfügt, wie beispielsweise bei der Europäischen Gottesanbeterin oder das bestehende Ökosystem verändert, wie es bei der Schwarzmundgrundel der Fall ist“, erklärt Dr. Dirk Berger.
Waschbär, Amerikanischer Flusskrebs und Schwarzmundgrundel haben ganz unterschiedliche Geschichten. Manche Arten wurden gezielt eingeführt, andere gelangten durch Handel und Tierhaltung nach Europa, wieder andere unbeabsichtigt über menschliche Transportwege. Nicht jede gebietsfremde Art wird zwangsläufig zum Problem. Entscheidend ist, ob und wie stark sie sich in einem neuen Lebensraum ausbreitet und welche Folgen das für heimische Arten, Ökosysteme, Landwirtschaft oder andere Bereiche haben kann.
Die Ausstellung „In der Spur des Menschen – Biologische Invasionen“ im zweiten Obergeschoss des Museums zeigt, wie weitreichend die weltweiten Veränderungen durch gebietsfremde Arten sein können. Besucherinnen und Besucher können dort ihr Wissen über Neobiota vertiefen.
Teilnahme und Anmeldung
Die „Grüne Stunde für Erwachsene“ findet einmal im Monat statt. Expertinnen und Experten geben Einblicke in aktuelle Themen aus Biologie und Naturkunde, dazu gibt es Getränke und Kekse. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro zuzüglich zum Museumseintritt von 4 Euro für Erwachsene beziehungsweise 3 Euro ermäßigt. Wegen der begrenzten Platzzahl ist eine telefonische Anmeldung unter 0331289-6707 erforderlich.
Das Museum in der Breite Straße 13 ist mit dem Bus 695 erreichbar. Die Haltestelle „Naturkundemuseum“ liegt rund 100 Meter vom Haupteingang entfernt. Weitere Informationen gibt es unter naturkundemuseum-potsdam.de.
Die weiteren Termine im zweiten Halbjahr 2026, jeweils von 15 bis 16:30 Uhr: 3. November („Die biologischen Folgen des Klimawandels“) und 1. Dezember („Eulen: Vielfalt, Biologie und Evolution“).
Quelle: Stadt Potsdam







