Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat Max Marzillier vom BPRSV Cottbus sowie Tessa Lange vom SC Potsdam am gestrigen Abend als „Sporthilfe Juniorsportler“ bzw. „Sporthilfe Juniorsportlerin“ des Jahres 2026 ausgezeichnet. Für die beiden märkischen Nachwuchsathleten war dies die Belohnung einer herausragenden Leichtathletik-Saison. Lange gewann die Sportler-Wahl in der Kategorie Gehörlosensport, Marzillier in der Kategorie Para-Sport.
Vier Medaillen bei den Deaflympics in Tokio
Die 21-jährige Tessa Lange überzeugte die Jury mit ihrem Auftritt bei den Deaflympics in Tokio, der größten internationalen Multisportveranstaltung für Athletinnen und Athleten mit Hörbeeinträchtigung. Im Spätherbst 2025 holte die Sprinterin dort Gold in der 4×100-Meter-Staffel sowie zwei Silber- und eine Bronzemedaille.
Sie sieht in dem Titel mehr als eine individuelle Auszeichnung: „Ich freue mich über die Möglichkeit, als Vorbild für andere gehörlose Sportlerinnen und Sportler wahrgenommen zu werden. Die Deaflympics sind außerhalb des Gehörlosensports noch nicht besonders bekannt. Deshalb ist es wichtig, die Aufmerksamkeit zu nutzen und zu zeigen, welche Leistungen gehörlose Athletinnen und Athleten erbringen.“
Auszeichnungen, Interviews und Medienauftritte könnten dabei helfen, sagt Lange: „So können wir den Gehörlosensport sichtbarer machen und jungen gehörlosen Menschen zeigen, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Das kann sie motivieren, selbst Sport zu treiben, dranzubleiben und für ihre Ziele zu kämpfen.“
Für Lange war es nicht die erste Ehrung der Sporthilfe: Bereits 2023 hatte sie bei der Wahl gewonnen. Seit 2022 wird sie von der Sporthilfe gefördert. „Ohne diese Unterstützung wäre vieles schwieriger. Durch die Förderung kann ich mich besser auf mein Training und meine sportlichen Ziele konzentrieren.“
Para-WM-Titel über 400 Meter für Max Marzillier
Auch Max Marzillier wird von der Sporthilfe seit 2021 unterstützt. Ein wichtiger Meilenstein auf seinem Weg war der Para-WM-Titel über die 400 Meter. In Indien sprintete er im vergangenen Herbst mit einem unwiderstehlichen Finish zu seinem ersten WM-Gold.
Die Ehrung kam für den 25-Jährigen dennoch überraschend: „Die Auszeichnung bedeutet mir unglaublich viel und ist eine tolle Wertschätzung.“ Ihm gehe es nicht so sehr um den eigenen Erfolg. „Sichtbarkeit ist für den Para-Sport unfassbar wichtig. Als Athlet wünsche ich mir, dass mehr Menschen wahrnehmen, welche Leistungen wir erbringen und dass diese Leistungen genauso Aufmerksamkeit verdienen wie die von olympischen Sportlerinnen und Sportlern“, sagt der Weltmeister. „Wenn Para-Sport bei solchen Veranstaltungen sichtbar wird, können wir damit auch Menschen erreichen, die bisher wenig Berührungspunkte mit Sport hatten. Vielleicht sehen sie uns und bekommen Lust, selbst aktiv zu werden.“
Quelle: Landessportbund Brandenburg






