In Gesprächen mit dem Präsidium der Uni Potsdam informierten sich die dänischen Gäste der Süddänischen Universität (SDU) insbesondere über Beispiele guter Praxis in der Nachwuchsförderung sowie über Strukturen und Aktivitäten im Transferbereich, der auch für die SDU von besonderer Bedeutung ist. Beide Seiten verständigten sich darauf, den Austausch hierzu weiterzuführen.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Hochschulsysteme
Der Besuch bot Gelegenheit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Hochschulsystemen in Deutschland und Dänemark zu diskutieren. Beide Universitäten sind mit jeweils rund 20.000 Studierenden ähnlich groß und legen einen Schwerpunkt auf die Förderung von Start-ups und Spin-offs aus der Wissenschaft. Auch im Bereich Informatik bestehen besondere Stärken: Die SDU hat jüngst einen neuen IT-Campus eröffnet, während die Universität Potsdam mit ihren Forschungsschwerpunkten ebenfalls über ein starkes Profil in der Informatik verfügt.
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den Rahmenbedingungen. In Dänemark gibt es keine außeruniversitären Forschungseinrichtungen, wie sie in Deutschland etwa durch die Max-Planck-, Leibniz-, Helmholtz- oder Fraunhofer-Gesellschaften vertreten sind. Entsprechend bestehen dort auch keine mit dem deutschen System vergleichbaren gemeinsamen Berufungen. Weitere Unterschiede betreffen unter anderem die akademische Ausbildung von Grundschullehrkräften und die Struktur des Hochschulsystems, in dem keine mit den deutschen Fachhochschulen vergleichbare Hochschulart existiert.
Hochschulfinanzierung und Forschungsschwerpunkte
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Hochschulfinanzierung und der strategischen Entwicklung von Forschungsschwerpunkten. Beide Universitäten stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Finanzierung von Forschung und Lehre. Die Gäste aus Dänemark interessierten sich insbesondere für das Verhältnis von Haushalts- und Drittmittelfinanzierung, die Rolle des Landes Brandenburg bei der Setzung von Forschungsschwerpunkten sowie für die Verfahren, mit denen die Universität Potsdam ihre universitären Forschungsschwerpunkte und Potenzialbereiche auswählt und finanziert.
Übereinstimmung bestand in der Frage, welche Rolle Universitäten in der Gesellschaft einnehmen. Beide Hochschulleitungen betonten, dass Universitäten einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen und diesen sichtbar machen müssen – gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden öffentlichen Kritik an Forschung und wissenschaftlichen Institutionen.
Internationalisierung und Partnerschaften
Unterschiedliche Entwicklungen zeigen sich bei der Internationalisierung. Während in Deutschland der Ausbau englischsprachiger Studienangebote und die Gewinnung internationaler Studierender, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, eine wichtige Rolle spielen, beobachten die dänischen Hochschulen derzeit einen von der Politik angestoßenen Gegentrend.
Auch die internationale Partnerschaftsarbeit war Gegenstand des Austauschs. Die SDU verfolgt dabei einen Ansatz mit drei Säulen: multilaterale Netzwerke und europäische Allianzen, bilaterale universitätsweite strategische Partnerschaften sowie strategische Partnerschaften mit einem besonderen Fokus auf bestimmte Forschungsprofile.
Sowohl die SDU als auch die Universität Potsdam sind Mitglied im Netzwerk junger europäischer Forschungsuniversitäten YERUN (Young European Research Universities Network). Der Besuch machte deutlich, dass es nicht nur Überschneidungen bei den Forschungsthemen gibt, sondern auch bei den Herausforderungen, vor denen junge Forschungsuniversitäten in Europa derzeit stehen. Beide Seiten sehen daher Potenzial für eine engere Zusammenarbeit und wollen den Austausch künftig weiter intensivieren.
Weitere Informationen gibt es auf der Seite Young European Research Universities Network (YERUN).
Quelle: Uni Potsdam







