Potsdam: Prof. Maria Maares über Spurenelemente und die 40. Jahrestagung der GMS

Communs am Neuen Palais mit Kolonnade hinter einer weiten Wiese
Communs am Neuen Palais (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-potsdam.de

Im Vorfeld der 40. Jahrestagung der Gesellschaft für Mineralstoffe und Spurenelemente (GMS) hat Prof. Maria Maares von der Universität Potsdam Fragen zu Spurenelementen, Mineralien und Nahrungsergänzungsmitteln beantwortet.

Versorgung und Nahrungsergänzungsmittel

Maares betont, dass nicht nur die absolute Zufuhr zählt, sondern auch, wie viel davon bioverfügbar ist, also über den Darm aufgenommen wird. Bestimmte Erkrankungen, Ernährungsweisen und auch das Alter könnten die Aufnahme beeinflussen. Besonders mit Eisen, Zink und Jod seien bestimmte Bevölkerungsgruppen weltweit – auch in Deutschland – unzureichend versorgt.

Zu wenigen Menschen sei klar, dass das Motto „Viel hilft viel“ nicht für Nahrungsergänzungsmittel gelte, auch nicht für solche mit essenziellen Spurenelementen oder Mineralstoffen. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen sei eine ergänzende Supplementierung zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung jedoch notwendig. Diese müsse sichergestellt und kontrolliert werden.

Pflanzliche Ernährung und Nutztiere

Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten laut Maares überwiegend ausreichend Zink, Mangan, Kupfer und Eisen. Sie enthielten aber auch Stoffe wie die Phytinsäure, die mit Zink und Eisen stabile Komplexe bilde und so deren Aufnahme verhindere. Proteinreiche Nahrung begünstige die Aufnahme nach Hinweisen der Forschung. Für Veganer*innen und Vegetarier*innen in Deutschland brauche es eine bessere Datenlage.

In der modernen Tierhaltung sei die Supplementierung mit essenziellen Spurenelementen unerlässlich. Zugleich sei eine Überversorgung zu vermeiden.

Forschung an der Universität Potsdam

Als wichtige Erkenntnis nennt Maares, dass Spurenelemente und Mineralien sich gegenseitig beeinflussen und gemeinsam betrachtet werden müssen. An der Universität Potsdam habe sich gezeigt, dass die viskoelastische Mukusschicht im Darm ein relevanter Faktor für die Zinkaufnahme ist und dass Spurenelemente für die Bildung des Darmmukus relevant sind.

Zink und Eisen unterstützten das Immunsystem und damit die Immunabwehr des Darms. Zink sei zudem unerlässlich für Zusammensetzung und Stabilität der intestinalen Mukusschicht. Ist diese Schutzbarriere gestört, können Krankheitserreger die Darmwand besser erreichen, wodurch es zu Infektionen und Entzündungskrankheiten im Darm kommen könne.

40. Jahrestagung der GMS 2026

Die 40. Jahrestagung 2026 steht unter dem Titel „Minerals and Trace Elements: Bridging Analytical Innovation and Health Outcomes“. Schwerpunkte sind „Elementspezies-Analytik und Bildgebende Verfahren“ sowie die „Rolle der Spurenelemente in Erkrankungen“. Das Programm enthält Vorträge von deutschen und internationalen Expert*innen, darunter etablierte Wissenschaftler*innen und Young Scientists. Neueste analytische Techniken und Methoden werden unter anderem in der Analytical Lunch Session vorgestellt.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite zur Jahrestagung der GMS.

Quelle: Uni Potsdam