Durch Krankenhausreform und GKV-Stabilisierungsgesetz müssen deutsche Krankenhäuser ab dem kommenden Jahr mit Erlöseinbußen und Mehrkosten rechnen. Im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam könnte das nach ersten, noch groben Schätzungen zu einem Ergebnisrisiko von bis zu 36 Mio. Euro führen.
Im laufenden Geschäftsjahr sei das Klinikum „voll im Plan“, sagt Tomislav Gmajnic, Sprecher der Geschäftsführung. Wie prognostiziert, werde 2026 mit einem deutlich besseren Ergebnis abgeschlossen als in den Vorjahren. Er dankt den Mitarbeitenden, die Veränderungen angeschoben, Erlöse gesteigert und Einsparpotenziale gehoben hätten.
Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen
Das Risiko ist laut Klinikum vor allem eine Folge veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung. Die Vergütung von Krankenhausleistungen und die Refinanzierung der Pflegepersonalkosten werden sich ändern, die Prüfquote des Medizinischen Dienstes wird steigen.
„Unser Ziel ist und bleibt es, unser Klinikum in eine sichere Zukunft zu führen und das in kommunaler Trägerschaft“, so Gmajnic. Das sei der Auftrag der Gesellschafterin und damit die Aufgabe der Geschäftsführung.
Taskforce und Aufsichtsrat
Eine interne Taskforce wird in Kürze die Arbeit aufnehmen. In ihr sitzen Führungskräfte verschiedener Bereiche, darunter Pflege, ärztlicher Dienst und Therapie, sowie Mitglieder des Betriebsrats. Sie entwickelt Maßnahmen mit Einsparpotenzial.
Am 9. Oktober 2026 befasst sich der Aufsichtsrat erstmals mit diesem Maßnahmenplan und will im Laufe der kommenden Wochen eine entsprechende Entscheidung treffen.
„Wir stellen das gesamte Klinikum noch einmal auf den Prüfstand“, sagt Dr. Christian Unzicker, Geschäftsführer des Klinikums. Welche Bereiche sich auf Einsparungen vorbereiten müssen, ob Stellen wegfallen werden und ob es weitere Veränderungen im Leistungsangebot geben wird, sei zu diesem Zeitpunkt völlig offen. In den vergangenen Jahren seien die typischen Quick Wins bereits erfolgreich gehoben worden.
Der Weg werde nicht leicht und bringe sicher auch schmerzhafte Einschnitte mit sich, heißt es von der Geschäftsführung. Gelingen könne das frühzeitige und effiziente Gegensteuern, wenn Mitarbeitende und Geschäftsführung weiterhin an einem Strang ziehen und die Bevölkerung versteht, dass es ohne Veränderungen keine Zukunft geben werde.
Quelle: Klinikum Ernst von Bergmann







