Die Landeshauptstadt Potsdam richtet ihre Kita- und Schulentwicklungsplanung an den veränderten demografischen Rahmenbedingungen aus. Rückläufige Geburtenzahlen und perspektivisch sinkende Schülerzahlen erfordern laut Stadt eine Anpassung der bisherigen Planungen. In der vierten Sitzung der Arbeitsgruppe Integrierte Kita- und Schulentwicklungsplanung (AG IKSEP) stellte die Stadtverwaltung die zentralen Ergebnisse des Verwaltungsentwurfs vor.
Ziel sei es, auch künftig ein bedarfsgerechtes, vielfältiges und wohnortnahes Bildungs- und Betreuungsangebot sicherzustellen und vorhandene Kapazitäten optimierter zu nutzen. „Dabei geht es nicht allein um Zahlen und Kapazitäten, sondern vor allem um gute Bildungsbedingungen für Kinder und Jugendliche in unserer Stadt“, erklärt der Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Torsten Wiegel.
1.030 Krippen- und Kindergartenplätze weniger bis 2031
Die rückläufigen Geburtenzahlen führen dazu, dass der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen geringer ausfällt als bisher prognostiziert. Die aktuellen Berechnungen zeigen ein zeitweiliges Anpassungspotenzial von rund 1.200 Plätzen bis 2031. Bis 2040 wird von einem Anpassungspotenzial von rund 900 Plätzen ausgegangen.
Im Kindergartenbereich soll die Zahl der Plätze von derzeit 7.451 um 700 auf 6.751 sinken. Im Krippenbereich ist eine Reduzierung um 330 Plätze von 4.153 auf 3.823 vorgesehen. Die Maßnahmen wurden standortbezogen mit den jeweiligen Einrichtungsträgern besprochen. Die Planung sieht zudem einen Kapazitätspuffer von zehn Prozent vor.
Alexandra Mebus-Haarhoff, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie, sagt, Ziel sei es, den Veränderungsprozess aktiv zu steuern und „unkontrollierte Kita-Schließungen zu verhindern“.
Diese Einrichtungen sollen schließen oder zusammengelegt werden
Im Verwaltungsentwurf der IKSEP 2027 bis 2031 sind folgende Schließungen beziehungsweise Zusammenlegungen vorgesehen:
- Aki Butzemannhaus: Schließung zum 31. Dezember 2026
- Kita klEinstein: Schließung zum 31. Dezember 2026
- Kita Villa Kunterbunt: Schließung zum 31. Juli 2027
- Kita Tönemaler: Schließung zum 31. Juli 2027
- Kita am Heiligen See: Schließung zum 31. Juli 2027
- Kita Jagdschloss: Schließung zum 31. Juli 2027
- Krippe Schiller Sternchen: Schließung zum 31. Juli 2027
- Evangelische Kita an der Nuthe: Schließung und Zusammenlegung mit der Kita Regenbogenland zum 31. Juli 2027
- Hort Sausewind: Schließung und Zusammenlegung mit dem Hort am Nuthepark zum 28. Februar 2027
- Hort Flitzpiepen: Schließung zum Schuljahr 2027/2028
- Hort Gutenbergstraße: Schließung und Zusammenlegung mit dem Hort Sonnenschein zum Schuljahr 2030/2031
Die Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt der politischen Beschlussfassung. Neubauten und Ersatzneubauten bleiben nach Angaben der Stadt trotz gesamtstädtischer Kapazitätsreserven erforderlich, insbesondere für neue Wohngebiete und Stadtteile ohne ausreichend gesicherte wohnortnahe Betreuung.
Kommunale Trägerschaft und Hortplanung
Das bisherige Ziel, in jedem Sozialraum mindestens eine Kindertagesstätte, einen Hortstandort und eine Kindertagespflegestelle in kommunaler Trägerschaft vorzuhalten, soll nicht weiter verfolgt werden. Mit der Inbetriebnahme der kommunalen Kita und des Hortes in Krampnitz sind derzeit keine weiteren Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft vorgesehen.
Die Hortplanung berücksichtigt die perspektivisch rückläufigen Grundschülerzahlen sowie den ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise eingeführten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder.
Weiteres Verfahren und Beratung für Eltern
Nach der geplanten Einbringung in die Gremien im November soll der Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2026 die integrierte Kita- und Schulentwicklungsplanung vorgelegt werden. Beteiligt waren unter anderem Kita-Träger, der Kitaelternbeirat, die Schulen, das Staatliche Schulamt und der Kreisschulbeirat.
Betroffene Eltern und Sorgeberechtigte werden über den jeweiligen Träger informiert. Der Betreuungsplatzservice Kita-Tipp berät unter kita-tipp@Rathaus.potsdam.de und Telefon 0331 289 2242.
Quelle: Stadt Potsdam






