Potsdam: Forschende der Universität Potsdam unter den wichtigsten Köpfen der Hauptstadt-Wissenschaft 2026

Schild „Universität Potsdam – Am Neuen Palais“ vor einem Backsteingebäude
Universität Potsdam, Campus Am Neuen Palais (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-potsdam.de

Der Tagesspiegel veröffentlicht seit dem 28. September in Print und online eine Serie, in der 100 Wissenschaftler*innen gewürdigt werden, die die Wissenschaft der Hauptstadtregion in diesem Jahr besonders prägten. Die Kriterien für die Auswahl waren herausragende Forschung, Auszeichnungen, besonderes Engagement in der Lehre oder über die Uni hinaus, Ausgründungen oder Wissenschaftskommunikation. Geehrt werden sowohl etablierte Wissenschaftler als auch aufstrebende Forschende.

Postdoc-Preis für Chemikerin Jaya Bharti

Die Chemikerin Dr. Jaya Bharti erhielt im Frühjahr den mit 20.000 Euro dotierten Postdoc-Preis des Landes Brandenburg in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften. Sie ist Postdoktorandin im Universitären Forschungsschwerpunkt Sustainable Materials Design und arbeitet mit Professor Andreas Taubert und Professor Ilko Bald zusammen.

Ausgezeichnet wurde sie für ihre Arbeit an einem alternativen Ansatz, um auf nachhaltigere Weise Wasserstoffperoxid herzustellen. Die Chemikalie wird derzeit durch energieintensive industrielle Verfahren hergestellt, die auf fossilen Ressourcen basieren und erhebliche CO₂-Emissionen verursachen. Ziel ist eine solarbetriebene Herstellung auf Basis der Photokatalyse mit Sonnenlicht, Wasser und Sauerstoff. Mit metallfreien Photokatalysatoren auf Basis von ionischem Kohlenstoffnitrid erreichte die Forscherin einige der höchsten bisher berichteten Wirkungsgrade solcher Systeme.

„Ich fühle mich zutiefst geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten“, sagt Dr. Jaya Bharti. „Er ist eine große Anerkennung unserer Arbeit und unterstreicht die Bedeutung der Entwicklung nachhaltiger chemischer Prozesse.“

Juristin und Bildungsforscherin im Fokus

Prof. Dr. Frauke Brosius Gersdorf ist seit Oktober 2021 Professorin für Öffentliches Recht, insbes. Verfassungsrecht und Sozialrecht an der Universität Potsdam. Im Sommer 2025 wurde sie von der SPD als Nachfolgerin für ein frei gewordenes Richteramt am Bundesverfassungsgericht vorgeschlagen. Ein Teil der CDU/CSU-Fraktion sprach sich gegen ihre Wahl aus und kritisierte insbesondere ihre Ansichten zu Schwangerschaftsabbrüchen. Nach wochenlangen Debatten verzichtete sie auf ihre Kandidatur. Im Sommer 2026 veröffentlichte sie ein Buch, in dem sie diese Zeit reflektiert. „Ich finde die Transferfunktion der Wissenschaft in die Öffentlichkeit wichtig. Dazu gehört, für seine wissenschaftlichen Überzeugungen einzustehen“, sagte sie dem Tagesspiegel.

Prof. Dr. Nina Kolleck ist seit 2023 Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Sie forscht unter anderem zu kultureller Bildung in ländlichen Räumen sowie zum Einfluss von NGOs auf Bildungssysteme und berät etwa im Bundesjugendkuratorium. Ihr Buch „Kampf in den Köpfen: Wie TikTok, Instagram & Co unsere Kinder manipulieren“ erreichte im Frühjahr 2025 Platz 2 der Sachbuch-Bestenliste. Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Lehrstuhls.

Masterstudentin und Landeslehrpreis

Thaiane Maciel ist brasilianische Umweltingenieurin, Klimaaktivistin und Schauspielerin. Als Gründerin des Instituto Ecocria – Canal Novo Mundo entfernte sie bereits über 160 Tonnen Müll aus dem öffentlichen Raum. Sie war Sprecherin auf der COP30 und erhielt ein Humboldt-Stipendium sowie Auszeichnungen der UNESCO und des Climate Reality Project. Derzeit studiert sie im Master „Climate, Earth, Water, and Sustainability“ an der Universität Potsdam.

Prof. Dr. Thomas Siedler, Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik, erhielt den Landeslehrpreis Brandenburgs 2026 für sein Seminar „Entdecke die Welt der Ökonomie: Spannende Geschichten rund um ökonomische Probleme im Kinderbuchformat“. Darin entwickelte er mit Studierenden Ideen, wie Wirtschaftswissen in Form von Sachbüchern kindgerecht vermittelt werden kann. „Ich wollte das ändern und mehr Transfer ermöglichen“, sagt Siedler.

Quelle: Uni Potsdam